Mein Name

Ligeia ist die Hauptperson einer Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe, eine schöne, gebildete, mysteriöse Frau, der es kraft ihres Willens gelingt, den Tod zu überwinden.

Ihr Name stammt aus der griechischen Mythologie – Ligeia ist der Name einer der Sirenen.

Für Ligeia als Stammesnamen habe ich mich entschieden, weil Poe in seinen Werken Schönheit und Vergänglichkeit, Faszination, Liebe und Trauer, Hoffnung und Düsternis und Unerklärliches vereint. Diese Kontraste üben für mich einen großen Reiz aus, sie möchte ich auch in meinem Tanz darstellen.

Zum anderen verkörpert Ligeia als Sirene einige Aspekte, die wir auch mit den Nymphen assoziieren: Sie leben verbunden mit dem Wasser und sie wirken betörend auf Männer, ihre Kunst und Anmut bedeuten jedoch nicht nur Verführung sondern auch den Tod.


„Die Schönheit ihres Antlitzes ließ sich mit nichts auf Erden vergleichen. Sie war wie die Blüte eines Opiumtraumes, wie eine unirdische, geisterhaft schöne, verzückte Vision, seltsamer und himmlischer als die Traumgebilde, die durch die schlummernden Seelen der Mädchen von Delos ziehen. Doch waren ihre Züge nicht von jener Regelmäßigkeit, die man uns in den Schöpfungen des Heidentums falscherweise zu bewundern gelehrt hat. ›Es gibt keine erlesene Schönheit,‹ sagt Lord Verulam einmal, als er von allen Formen und Arten der Schönheit spricht, ›Ohne eine gewisse Seltsamkeit in der Proportion.‹ […]
Vielleicht barg Ligeias Schönheit gerade in ihren Augen jenen geheimen Reiz der Seltsamkeit. Sie waren, glaube ich, größer als gewöhnlich die Augen der Menschen sind; und schöner geschnitten als die schönen Augen der Gazellen aus dem Tale Nourjahad. Aber nur hin und wieder, in den Momenten äußerster Erregung, wurde dies Besondere in ihnen deutlich wahrnehmbar. In diesem Augenblick war Ligeias Schönheit - es schien wenigstens meinen entflammten Blicken so - ganz unirdisch, wie die der erträumten Huris der Türken. Ihre Pupillen waren von strahlendstem Schwarz, von ebenholzfarbenen Wimpern tief überschattet, und die Brauen von leicht unregelmäßiger Zeichnung hatten die gleiche Farbe. Doch war das Seltsame, das ich in den Augen fand, unabhängig von ihrer Form, ihrer Farbe und ihrem Glanz - ich konnte es nur dem Ausdruck zuschreiben. Ach, ein Wort ohne Sinn! Eine große Leere, in die sich all unsere Unwissenheit auf dem Gebiete des Seelischen rettet. Der Ausdruck der Augen Ligeias!"


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